Wieso machen wir uns das Leben selbst so schwer?

Dienstag, 27. März 2018


"Wieso zwei Mal gehen, wenn ich auch alles auf einmal tragen kann?" das sage ich mir jedes Mal, nachdem ich Einkaufen war und vor der Haustür im Treppenhaus stehe. Mein linker Arm ist mittlerweile taub, da die Einkaufstüten mir das Blut abschnürt. An meinem rechten Arm balanciere ich verschiedene Päckchen Käsesorten, Schokoladentafel und irgendwo dazwischen noch die Brötchen. Um meinen Hals habe ich es irgendwie noch geschafft, das Toilettenpapier umzuhängen. 
Lieber würde ich meinen Arm verlieren als zweimal vom Auto nach Hause laufen zu müssen. 
Jetzt ist nur noch die Frage, wie ich meinen Schlüssel aus der Tasche bekomme, ohne dass gleich all meine Einkäufe runter fallen? 
"Ich habe keine Zeit um zwei Mal zu gehen" das Leben ist zu stressig um zwei Mal Zeit für die Einkäufe zu investieren. Wir müssen immerhin noch gefühlte 1.000 andere Dinge erledigen bevor der Tag sich dem Ende neigt. Doch Zuhause angekommen schmeißt man die Einkäufe in die Küche, schlüpft in die Jogginghose und legt sich auf die Couch. Der Fernsehr wird angemacht und das Handy wird gezückt. Noch nicht einmal die Nachrichten werden beantwortet. Man scrollt durch Instagram und schaut sich die neusten Fotos und Stories seiner Lieblinge an. Gefühlte Stunden vergehen und man hat noch nichts von seiner to-do-list abgearbeitet. Man hatte doch 1.000 Dinge die noch erledigt werden müssten. Stattdessen jammert man, dass sein Leben so Stressig ist. Man einfach zu nichts kommt und die Tage viel zu kurz sind. (ich zitiere mich übrigens selbst) Man sagt Verabredungen ab, da sonst das schlechte Gewissen zum Vorschein kommt. Wie gesagt, man hat noch viele Dinge zu erledigen. Stattdessen liegt man weiter auf der Couch und ignoriert bewusst seine to-do-list. 
Zwischenzeitlich denke ich, ob es nur mir so geht? Bin ich die einzige die ihre Zeit einfach so schlecht einteilen kann? Wieso mache ich mir alles selbst so schwer? Wieso plane ich nicht mehr Zeit am Morgen ein, anstatt erst gemütlich um halb 9 aufzustehen. Stattdessen hetze ich mich nach der Arbeit ab, um wenigstens ein Viertel meiner to-do-list abzuarbeiten.
Wir sind einfach zu bequem. Geben es jedoch nicht zu. 

Meine Handtasche ist bis zum Reißverschluss voll gepackt. Nun, wer braucht denn nicht 3 Handcremes mit verschiedenen Düften, einen Regenschirm im Hochsommer, Sonnencreme im Winter und einen Schokoriegel der bereits zerquetscht und mittlerweile fünf mal geschmolzen ist. Keine Zeit um einfach mal auszumisten. Von meinem Kleiderschrank will ich erst gar nicht anfangen. Immerhin kann es ja mal sein, dass ich meinen Fehlkauf IRGENDWANN mal trage. Nicht.

Den Stress machen wir uns selbst. Es könnte alles so einfach sein. Aber wie sagt man so schön? "Wieso einfach, wenn es auch kompliziert geht?" Dieses Motto habe ich mir anscheinend zu sehr ans Herz gelegt. Das Leben könnte so einfach sein, hätte man in manchen Dingen mehr Disziplin. Nicht dazu verleitet zu werden, sich auf die Couch zu schmeißen. Stattdessen gezielt seine Liste abzuarbeiten. Man muss ja nicht direkt mit dem größten Punkt anfangen. Wie wäre es denn einfach mit "etwas früher aufstehen und die Wäsche Morgens zu machen" statt Abends Hundemüde vor der Maschine zu sitzen und zu warten, dass man die Wäsche aufhängen kann.


Fotos: _tha_legend_

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